Rot ist mein Name. SZ-Bibliothek Band 52 | 
vergrössern | Autor: Orhan Pamuk Urheber: Orhan Pamuk, Ingrid Iren Verleger: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
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Bewertung: 33 Rezensionen Verkaufsrang: 4731
Medium: Gebundene Ausgabe Ausgabe: 1 Seiten: 583 Versandgewicht: 1.5 Maße (innen): 8.4 x 5.1 x 1.8
ISBN: 3866155026 EAN: 9783866155022 ASIN: 3866155026
Publikation: April 21, 2007 Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
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Kein gewöhnliches Buch Dezember 29, 2008 Kritischer_Leser Orhan Pamuk ist nach meiner Meinung ein wunderbar tiefgründiges Buch über die fundamentalen Gegensätze von Orient und Okzident gelungen. Diese Gegensätze manifestieren sich wohl am deutlichsten in der Türkei, dem Ort der Geschehnisse. Es ist Pamuk gelungen zu illustrieren, wie schwierig es den Protagonisten fällt, die westlichen Einflüsse mit den traditionellen Werten ihrer muslimischen Welt in Einklang zu bringen. Dass sich Orhan Pamuk dabei einer sehr ungewöhnlichen Erzählperspektive bedient, macht das Buch noch wertvoller. Mir perönlich gefällt es sehr, wie häufig die Erzählperspektive wechselt und somit jeder Protagonist seine eigene Stimme erhält. So beginnen Bilder und Farben, wie auch Menschen das Erlebte aus ihrer individuellen Perspektive auf ihre individuelle Art und Weise zu berichten. Diese Art der Erzählkunst mag den Einen oder Anderen verwirren. Ich fand sie brilliant. Dank dieser besonderen Darstellung hat es Orhan Pamuk geschafft den Protagonisten eine ungeheuere Tiefe und Originalität zu verleihen. Alles in Allem ist es ein wunderbares Buch von einem exzellenten Schriftsteller. Jedem, der Interesse an hochwertiger Literatur hat, kann ich dieses Buch bedenkenlos empfehlen.
Wunderbares Buch November 19, 2008 libri1902 Dieser Roman Orhan Pamuks ist kein Krimi im klassischen Sinne, auch wenn es zwei Tote gibt, deren Mord es aufzuklären gilt. Auch ist es kein historisches Buch, obwohl das Buch jede Menge "Historie" enthält. Was Orhan Pamuks Werk auszeichnet, ist die Tatsache, dass es von allem ein bißchen ist: Krimi, Historienroman, Liebesgeschichte, Sachbuch... alles miteinander verwoben zu einer reichen Geschichte wie aus 1001 Nacht. Das Buch ist aufgrund der in ihm enthaltenen Geschichten, die neben dem eigentlichen Handlungsstrang erzählt werden, sicher nicht einfach zu lesen. Doch wer etwas erfahren möchte über die Zeit Istanbuls im 16. Jahrhundert, das osmanische Reich und über die Miniaturmalerei in der damaligen Zeit, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Interessant ist sicherlich der Konflikt zwischen der traditionellen Darstellungsweise der Miniaturmaler und der neueren westlichen Darstellungsweise, die Pamuk hier aufwirft. Ein Konflikt zwischen Tradition und Moderne. Pamuks Sprache ist schön und bilderreich, die Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven macht die Geschichte noch spannender. Selbst Farben und Objekte bekommen in Pamuks Roman eine Stimme. Für mich sicherlich eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Unbedingt empfehlenswert.
Lektüre der Sonderklasse April 4, 2008 Michael Angrick (Berlin) 2 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
Wenn Orhan Pamuk mit seiner Autobiographie seiner Heimatstadt Istanbul ein Denkmal setzen wollte, dann hat er mit dem früher erschienenen Buch "Rot ist mein Name" dieser Stadt ein ganzes Monumentenfeld errichtet. Und nicht nur das. Er hat uns "Ungläubige" die alte Malerei seiner Vorfahren und deren Prägung aus chinesischen und persischen Quellen nähergebracht. Er erklärt uns, warum diese Malerei anders ist als unsere Malerei. Dazu versetzt er uns mit seiner Geschichte in das 16. Jahrhundert. Wo es den aufkommenden Streit darüber gibt, ob es eine Perspektive in der Malerei und die Porträtierung von Menschen geben darf oder ob dies nicht Gotteslästerung darstellt. Und so zieht sich dieser Streit über fast 600 Seiten hin und ermüdet den Leser kaum. Das liegt daran, daß Pamuk diese Geschichte mit einer Art Bilderbogen unterlegt, die er beschreiben läßt und so tauchen Gegenstände und Lebewesen, die in damaligen Abbildungen die Bücher illustrierten, auf und erzählen ihre Geschichten. Eine Münze berichtet durch wie viele Hände sie gegangen ist, ein Pferd von seinen vielen Abenteuern in all den bebilderten Geschichten und die Farbe Rot (Rot ist mein Name!) erklärt uns seine Bedeutung. Es gibt eine Rahmenhandlung, die von der Fertigstellung eines Buches handelt, das nun gerade nicht mehr im orthodoxen Stil illustriert sein soll. Es gibt eine Liebesgeschichte, die ihre Entsprechungen in alten Erzählungen und Legenden findet und es gibt einen - nein zwei - Morde, die aufgeklärt sein wollen. Das ist alles so kunstvoll ineinanderverschachtelt erzählt, daß diese Erzählung dem Webmuster eines prachtvollen Teppichs gleicht. Das ist - in einer fantastischen Übersetzung - so wundervoll sprachlich komponiert, daß man nach der Lektüre dieses Romans, der ganz nebenbei hochpolitisch und aktuell gegen jedweder Form von Orthodoxie zu Felde zieht, versteht warum Orhan Pamuk den Nobelpreis für Literatur verliehen bekommen hat. Dieser Roman ist ein Werk für Fortgeschrittene und an der einen oder anderen Stelle stellt er den Leser auf eine Probe und verleitet ihn fast über gewisse Ausführungen hinweg zu lesen, das aber mindert nur das Gesamterlebnis dieses so ungeheuer gescheit aufgebauten Kunstwerks. Und daher verzichtet der Leser auch auf derartige Versuchungen und kostet das Buch bis zu seinem Schluß aus!
Pamuk ein würdiger Nobelpreisträger Februar 24, 2008 Stefan Killian (Mersin) 11 aus 11 fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch an sich ist ein Meisterwerk der Sprache, kein anderer zeitgenössische Autor gibt der türkischen Sprache eine solche Ausdruckskraft und Vollkommenheit wie Pamuk. Allerdings lässt die deutsche Übersetzung noch etwas zu wünschen übrig; an Stellen in denen Pamuk durch reine Wortgewalt im Original glänzt verflacht die deutsche Ausgabe durch träge 1:1 Übersetzung und man kommt ab und an beim Lesen ins Stocken, beim Abgleich mit dem Original stellt sich meist heraus, das es sich zu einen um inhaltliche Fehlübersetzungen handelt und teilweise um unnötig erschwerte Satzverdrehungen. Die deutsche Ausgabe braucht jedenfalls eine Überarbeitung, um dem Original einigermaßen gerecht zu werden, deshalb auch nur 3 Sterne
Schwierig Februar 6, 2008 Lesehungrige (Köln) 3 aus 3 fanden die folgende Rezension hilfreich
Bei diesem Roman handelt es sich durchaus um eine gut recherchierte historische Geschichte mit literarischem Anspruch. Sie ist jedoch nicht leicht zu lesen. Die vielen orientalischen Details, Legenden und Beschreibungen der verschiedenen Malstile sind zwar durchaus interessant, ziehen sich aber und zerstören daher die Spannung des enthaltenen Krimis. Gut fand ich aber den ständige Perspektivenwechsel zwischen den verschiedenen Figuren des Romans, welche die Geschichte jeweils aus ihrer Sicht erzählen.
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