Ulysses | 
vergrössern | Autor: James Joyce Urheber: James Joyce, Hans Wollschläger Verleger: Suhrkamp
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Bewertung: 44 Rezensionen Verkaufsrang: 4900
Medium: Gebundene Ausgabe Ausgabe: Neuauflage. Seiten: 987 Versandgewicht: 1.4 Maße (innen): 7.4 x 4.9 x 1.8
ISBN: 3518458167 EAN: 9783518458167 ASIN: 3518458167
Publikation: Oktober 22, 2008 Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
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| Redaktionelle Rezensionen:
Aus der Amazon.de-Redaktion Ulysses lesen ist wie Bungeejumping. Erst hat man Bedenken. Das Ganze scheint irgendwie zu hoch zu sein. Zu umständlich zu bewerkstelligen. Nix da! Das Werk des genialen irischen Autors ist ein Abenteuer, in das sich jeder stürzen sollte. Der Roman spielt am 16. Juni 1904. Der Protagonist, Anzeigenakquisiteur Leopold Bloom, geht -- wie sein Vorgänger Odysseus -- auf die Reise. Allerdings dauert seine nur einen Tag und führt ihn nicht in die weite Welt, sondern in die Abenteuer des Dubliner Alltags. Hier trifft er die unterschiedlichsten Typen u.a. Daedalus, den jungen Lehrer und Schriftsteller, mit dem er am Abend in der Küche philosophiert, unter der Leine mit Mollys Schlüpfern. Molly ist Blooms nicht immer ganz treue Ehefrau. Sie kommt im Schlußkapitel zu Wort. Hier läßt Joyce sie ohne Punkt und Komma auf dem Strom ihres Bewußtseins dahingleiten und setzt damit in der Erzähltradition des 20. Jahrhunderts völlig neue Maßstäbe. Achtzehn Episoden lang begleitet Joyce seine Hauptfigur. Stets durchziehen das genial konstruierte Werk offene bzw. verdeckte Anspielungen auf sein antikes Vorbild. Blooms Tag ist voller humorvoller, trauriger und lustvoller Alltagsbegebenheiten. Er zieht durch Zeitungsredaktionen, geht auf eine Beerdigung, kauft Zitronenseife, besucht eine Bekannte, die gerade ein Kind zur Welt bringt, gibt sich heimlichen Sinnesfreuden am Strand hin... Alles wird haargenau erzählt und macht Leopold Bloom zu einem der am detailliertesten beschriebenen Charaktere der Weltliteratur. Joyce besitzt ein geniales Gespür für Sprache. Jedes Kapitel hat seine eigene sprachliche Besonderheit, jede Situation ihren eigenen Gestus. Die Komplexität und Beziehungsfülle im Ulysses ist -- auch Ende des 20. Jahrhunderts -- immer noch einmalig. Gönnen Sie sich diese großartige Dichtung! Augen auf und los!--Anne Hauschild
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| Kundenrezensionen: Gelesen 39 mehr Rezensionen...
Brainstorming Juli 27, 2008 D. Bruder 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
Über den Sinn oder Unsinn dieses "Jahrhundertromans" ist sicherlich schon ausgiebig gestritten, diskutiert und philosophiert worden. Zu recht? Tatsache ist, dass der Roman wohl kaum vergleichbar ist mit konventionellen Erzählweisen anderer Bücher. "Ulysses" gleicht einem einzigen, gewaltigen Brainstorming in Buchform, in dem die bildgewaltige Lyrik den Leser schier erschlägt, wenn er auch kaum etwas für sich selbst davon zu verwerten imstande ist. Zumindest nicht rein praktischer natur, denn eher geistiger. Ulysses kann die Phantasie beflügeln. Ich betone: KANN! Ansonsten überfliegt der geneigte Leser das Werk, ohne die Zeilen wirklich sinnerfassend verstehen zu können. Ulysses ist sinnliche Erfahrung pur - wie auch der Film "2001 - Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick (der übrigens, wie auch "Ulysses", zahlreiche Anspielungen auf Homers berühmte "Odyssee" enthält, und tatsächlich gleichsam eine Variation derselben darstellt). Unkonventionalität wird bei mir persönlich großgeschrieben. Der Preis dieser Individualität ist manchmal sehr hoch, aber sehr oft lohnend. Ich denke, dass, obwohl ich zugeben muss, kaum etwas verstanden zu haben von "Ulysses", dennoch etwas gewonnen habe. Ich kann nicht sagen, was es ist. Vielleicht ist es der Sinn des Lebens selbst, der sich durch dieses gigantische "Brainstorming" in gewisser Weise für mich erschließt. Vielleicht muss nicht immer alles einen pragmatischen Wert aufweisen oder etwas logisch erscheinen. Denn bei all unserer nüchternen und logischen Weltanschauung, ist es an der Zeit, einfach mal den Geist anzuregen, etwas inspirierendes zu tun, das nicht immer letztendlich in eine langweilige und uninspirierende, logische Auflösung führt. Selbst wenn "Ulysses" keinen Sinn hat, wäre dies ein Wiederspruch. Denn selbst etwas Unsinniges zu lesen, könnte noch einen Sinn haben: Nämlich, es GELESEN zu haben. ;-)
Enttäuschend ... Mai 31, 2008 Alexander 1 aus 3 fanden die folgende Rezension hilfreich
Hatte mich auf einen Tag in Dublin gefreut. James Joyce lässt den Leser zwar den Tagesablauf von Leopold Bloom miterleben und man hat teilweise das Gefühl eine kleine Rundreise durch Dublin zu erfahren. Das ist spannend, doch Gespräche und Gedankengänge von Leopold und seinen Mitmenschen sind überwiegend langweilig und teilweise leider nervig. Dazu kommen raue Ausdrucksweise und die zu recht kritisierte Obszönität. Der Spass am Lesen ist mir dadurch vergangen. Am Ende steht geschrieben das sich die Übersetzer nicht sicher sind, ob alles exakt stimmt. Das Werk ist komplex aber dieser Hinweis ist doch etwas merkwürdig. Dennoch möchte ich abseits von der Handlung die schriftstellerischen Fähigkeiten des Autors loben. Ein Experiment der Schreibkunst. Wer selber Texte verfassen will kann aus diesem Buch viel lernen. Es ist sehr interessant wie vielfältig und experimentell Sätze aufgebaut werden können. Äußerst vielfältig ist auch die Art wie der Autor an verschiedene Themen in einem oder über mehrere Absätze verteilt heran geht. James Joyce hat sich beim Schreiben dieses Buches nicht an bekannte oder zu erwartende Schreibweisen gehalten, weder bei dem was er schrieb noch dabei wie er es verfasste. Zum Schluss habe ich von dem Buch einen Eindruck der ganz gut von einem Satz aus selbigen beschrieben wird: "... seltsamer noch niemals zwischen den Deckeln eines Buches erzählt ward."
Zu allen Jahreszeiten April 7, 2008 Polar 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Monument. Ein Denkmal. Abschreckend. Und doch ein unverzeihlicher Verlust, wenn man nie den Mut aufbringt, den Roman nicht nur zur Hand zu nehmen, sondern ihn auch zu lesen. Es gibt Werke, die reichen über die Bezeichnung Roman weit hinaus. Es genügt nicht, sie nur durchzulesen. Sie bieten einem so viel, dass man leicht manches übersieht. Hinzukommt, dass sie sich je nach Alter unterschiedlich lesen, da einem mit Fünfzig andere Stellen wichtig sind als mit Zwanzig. Und man sollte sich auch nicht dem Trugschluss hingeben, ihn je in all seinen Facetten aufzunehmen. Das ist was für die Epigonen, Analytiker, Literaturwissenschaftler, Hard-Core-Fans. Leser lehnen sich zurück und genießen. James Joyces Ulysses beschäftigt eine Heerschar Interpreten, die sich nur auf eines einigen Können, das Buch spielt in Dublin an einem Tag und der Held heißt Leopold Bloom. Und schon beginnt der Aufschrei, und es heißt: Der Held ist die Sprache, es handelt sich hierbei um einen Stream of Consciousness, einen Bewusstseinsstrom. Bei solchen Festlegungen übersieht man leicht das Vergnügen, dass der Roman einem bereitet. Allerdings nur dann richtig zuteil wird, wenn er in einer Übersetzung wie die von Wollschläger vorliegt. Kongenial wie hier das Deutsche zum Englischen findet. Dieser Tag in Dublin gibt sich geheimnisvoll, er spricht mit verschiedenen Zungen, er sagt uns: kann sein, dass ihr mich nicht sofort versteht, aber das muss nicht sein. In seiner unbändigen Kraft dürfen wir Leopold Bloom auf seiner Odyssee durch Dublin begleiten, durch dessen Sätze ungebremst das Verlangen nach Freiheit weht. James Joyce nimmt uns an die Hand und verlangt von uns, dass wir uns mit ihm treiben lassen, dass wir uns Zeit für sein Dublin nehmen, dass wir womöglich ein weiteres Mal hinreisen wollen, um mit ihm um die Häuser zu ziehen. So wie das mit alten Freunden ist. Man begegnet sich nicht nur einmal.
Der Mount Everest! Februar 3, 2008 Craic 4 aus 5 fanden die folgende Rezension hilfreich
Wer aus einer Laune heraus seine Intelligenz unter Beweis stellen möchte, indem er Ulysses liest, der sei gewarnt: Das Buch wird im Regal verstauben! Für Ulysses braucht man nicht nur eine Menge Zeit, sondern auch die ungeteilte Aufmerksamkeit, um das Buch durchzuprügeln. Nichts zum Zeitvertreib, nichts zum Bekämpfen von aktuer Langeweile. Ulysses ist einer von den 8000ern unter den Büchern!
"Einfach drauf loslesen!" Ein tolles Buch! Januar 30, 2008 Alexander Michel (Wiesbaden) 2 aus 3 fanden die folgende Rezension hilfreich
Dieser Mann hat es geschafft. James Joyce hat einen Charakter erschaffen der ebenso denkt wie der Leser. Im wahrsten Sinne des Wortes. Joyce wagte ein literarisches Experiment in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts. Und es gelingt. Leopold Bloom ist ein realer Mensch, der ebenso denkt, fühlt, handelt wie eine normale Person im Alltag es ebenso machen würde. Nirgends sonst hat ein Autor derart komplex den Charakter einer Person in einem Werk beschrieben, wie in "Ulysses". Allein schon deshalb lohnt es sich, das Buch aufzuschlagen und einfach anfangen zu lesen. Der erste Eindruck täuscht. Schon ist klar, dass man es mit komplexer, undurchsichtiger Schreibweise zu tun hat. Doch stören sollte es den Leser nicht. Wie die Gedanken in ihm schnell vorrübergehen und man darüber nicht lange nachdenkt, so sollte man es auch mit "Ulysses" anfangen. "Einfach drauf loslesen!", lautet das Motto. Und am Ende versteht man mehr über Leopold Bloom als über sich selbst... Ein tolles Buch zu jeder Zeit.
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