Elementarteilchen | 
vergrössern | Autor: Michel Houellebecq Urheber: Michel Houellebecq, Uli Wittmann Verleger: Rowohlt Tb.
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Bewertung: 117 Rezensionen Verkaufsrang: 5957
Medium: Broschiert Seiten: 384 Versandgewicht: 0.8 Maße (innen): 7.3 x 4.6 x 1.1
ISBN: 3499242559 EAN: 9783499242557 ASIN: 3499242559
Publikation: August 1, 2006 Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden
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| Redaktionelle Rezensionen:
Amazon.de-Hörbuchrezension Houellebecq der Skandalautor. Bejubelt, bewispert: 68er-Killer, Aussprecher politisch unkorrekter Unsagbarkeiten. Düsterer Untergangsschreiber aus der naturwissenschaftlichen Ecke (hat als Informatiker gearbeitet). Jetzt also light? Einfach zuhören und schon mitreden können? Nun, wenn ich die Wahl hätte, zwischen Druck und Hörbuch, würde ich Houellebecq lieber hören als lesen. Das ist kein Kompliment für den Autor: Seine dürre Sprache allein vermag nämlich bei mir kein Interesse zu wecken an den Gestalten des Romans. Es muss etwas hinzukommen: Der akustische Reiz menschlicher Stimmen, eine Atmosphäre oder wie hier Musik, komponiert von Blixa Bargeld (er spricht auch den Hauptpart) und Tilman Schade. Die Produktion des Westdeutschen Rundfunks zeigt, dass eine gut gemachte Hörfassung tatsächlich ein schwaches Buch zu retten vermag. Obwohl einschränkend gesagt sein soll: Wieder einmal hat sich die Regie -- Leonhard Koppelmann, er hat auch das gute Textbuch geschrieben -- nicht genügend getraut, allen Sprechenden wirkliches Spiel abzuverlangen, zu vieles hört sich abgelesen oder aufgesagt an. Wirklich herausragend ist dafür Lena Stolze als Annabelle. Houllebecqs zweiter Roman erzählt das elende Leben zweier Halbbrüder zwischen 1958 und 98. Thema ist der Zusammenbruch der Menschlichkeit durch die sexuelle Liberalisierung, für den Autor die seelische Verarmung von Millionen. Am Schluss wird einer der beiden Helden, Biologe von Beruf, von Stimmen aus dem Jahr 2079 gepriesen: Dank seiner Forschungen sei es gelungen, ein neues Wesen zu züchten, die Menschheit aber aussterben zu lassen. Geschlechtslos verläuft nun das Leben auf der Erde! Fazit: Besser nicht im Bett oder in den Ferien anhören. Stattdessen Empfehlung für schnelle ICE- oder Autofahrten durch trostlose Industrielandschaften. --Michael Winteroll
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| Kundenrezensionen: Gelesen 112 mehr Rezensionen...
Wegweisend Dezember 15, 2008 Kellermeister Was für ein Buch! Ich spare mir Bemerkungen zum Inhalt. In diesem Buch geht es um nicht weniger als die Auslöschung jeglicher romantischen Verklärung der menschlichen Existenz in unserer modernen Welt. Der Mensch, durch einen agressiven Zeitgeist nahezu vollständig individualisiert, wird zur Ware und zum Konsumenten der selben. Er ist in jeglicher Beziehung Marktgesetzen unterworfen. Der Begriff Humankapital sorgte vor wenigen Jahren noch für Aufregung. Worte wie Verbraucher und Konsument werden heute geradezu wohlwollend benutzt und akzepiert. Dieses Markttreiben erfasst zunehmend auch alle immateriellen Bereiche des Menschseins. Der menschliche Körper als Konsum - und Tauschartikel verliert mit zunehmendem Alter an Wert wie ein aufzuzehrendes Rentenkonto. Verzweifelt wird versucht, diesen Wertverlust auf dem Markt der Libido und zärtlichen Zuwendung zu verlangsamen (sein Verweis auf die plastische Chirurgie) oder durch Aneignung von Spiritualität zu kompensieren. Lediglich sein Held Michel scheint sich diesem Basar konsequent zu entziehen, führt aber ein tristes, gefühlarmes und völlig unsinnliches Dasein zwischen Kanarienvogel und Tiefkühlkost. Schließlich ersinnt er eine allgemeine Lösung. Houellebeqc schaut unterkühlt auf die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Trocken erwähnt er, welcher Zeitgeist zunächst von einer Avantgarde propagiert wurde, dann professionell von den Medien gepusht wurde und letztlich Eingang ins Gesetzeswerk des Staates fand. Er spinnt diesen Faden weiter, aus meiner Sicht mit prophetischer Gabe. Alle seine Romane haben dieses Thema. Und alle enden mit einer eher an den Haaren herbei gezogenen Katastrophe. Aber vielleicht ist er auch in dieser Beziehung ein Prophet.
Ein Geniestreich Juni 12, 2008 Prinzessin Sophia (Berlin) Dieses Buch ist sehr unterhaltsam, auch wenn es ein sehr gewagtes Thema beinhaltet. Es macht sehr viel Spaß zu lesen und man gerät schnell in die Fänge der Geschichte.
Widerwärtig, erhellend, Mai 17, 2008 Mathias Braun (Dannstadt, Pfalz) 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich hab in einer Rezension in der FAZ, die eigentlich über das Buch von Charlotte Roche war, einen Verweis auf Houellebecq gelesen und nachdem mir der Name in der letzten Zeit öfter über den Weg lief, habe ich das Buch, welches seit ein paar Jahren in meinem Bücherschrank der ungelesenen Bücher stand, hochpriorisiert. Um es kurz zu sagen, ich verstehe alle Bewertungen von 1 - 5 Sterne, auch ich habe das Buch, je nach Stelle für pervers, genial, dekadent oder wegweisend gefunden. Das einstreuen naturwissenschaftlicher Fakten und philosophischer Zitate ist mir in dieser Ausprägung noch nicht begegnet und kommt so glaubwürdig daher, daß man gewillt ist, auch Zitate aus fiktiven Werken für echt zu halten. Houellebecq baut eine, wenn auch autobiographisch inspirierte, Fiktion auf und achtet dabei auf keinerlei political Corectness. Er zerlegt die 68er Generation und deren Kinder gnadenlos und zeichnet den kommenden Zerfall vor, nicht ohne - überraschenderweise - versöhnliche Schlußworte zu finden. Dabei bedient er sich aller stilistischen Mittel, der Naturwissenschaften in vielen Fachgebieten, der Philosophie und der Theologie. Dies aber macht das Buch schwer verständlich - denn wer weis schon um die philosophisch oder gar theologischen Gedankengänge die Physiker- oder Molekularbiologenhirne beschäftigen. (Aus meiner Sicht sollten eben jene, dieses Buch unbedingt gelesen haben - ich befürchte aber auch, das Leser ohne grundlegende Kenntnisse der genannten Theorien auch nicht im Ansatz die Idee von Houellebecq nachvollziehen können.) Wie auch immer, ich glaube, daß dieses Buch zu den großen dieses Jahrhunderts gehören wird, auch wenn es sich vordergründig wie das Buch eines Perversen liest. - 10 Sätze pro Buch sind genug -
Uninteressant Januar 12, 2008 Anonym 3 aus 7 fanden die folgende Rezension hilfreich
H.s "Elementartarteilchen" ist ein völlig belangloses Werk ohne jeden brauchbaren Gehalt. Im Grunde reiht sich Szene an Szene, ohne dass auch nur ansatzweise ein großes Ganzes zu erkennen wäre, ein vom Autor planvoll verfasster Verlauf der Geschichte, gerichtet auf ein bestimmtes Ziel. Die ganze Geschichte wirkt völlig wahllos zusammengeworfen. Im Grunde habe ich das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass dieses vielbejubelte Buch derartiger Schwachsinn sein könnte, der nichts enthält, worüber man nachdenken könnte oder was einen gedanklich, emotional oder wissenschaftlich weiterbringt; ich habe immer noch auf den großen Clou gewartet. Aber pornographische Szenen zu lesen, die auch noch einfach langweilig sind und nur von der Lust des Autors zeugen, mittels Verwendung drastischer Begriffe das Publikum schocken zu wollen, da habe ich einfach Besseres zu tun. Die Lebensgeschichte von Michel ist ebenso planlos und vom Autor völlig desinteressiert geschrieben, wie sich überhaupt das Desinteresse des Autors an seinen eigenen Figuren durch die ganze Geschichte zieht. Der Roman bekommt nur deshalb 1 Punkt von mir, weil man leider keine 0 Punkte verteilen kann.
Was vom Menschen übrig bleibt Dezember 16, 2007 Esther (Graz) 3 aus 3 fanden die folgende Rezension hilfreich
Was ist unsere Welt, wenn sich jeder mutwillig an der Seele des anderen vergeht? Wenn Mütter ihre Kinder im Stich lassen, um nicht mit der Tatsache konfrontiert zu werden, die Generation der Jugend verlassen zu haben, wenn Menschen sich fortpflanzen ohne das Leben zu lieben, sich hinter Kulissen der Wissenschaft verbarrikadieren oder für den Bruchteil ejakulierenden Glücks seiner selbst verleugnen? Dann möge die Welt bitte geschlechtslos werden und die Fortpflanzung auf Bestellung im Reagenzglas mit hundertprozentiger Lieferperformance erfolgen. Die Geschichte der beiden Brüder Bruno und Michel (wieder einmal), Kinder einer Mutter, die in den 68ern zurückgeblieben ist und zweier vom Gewissen geplagten Väter, die bei ihren Großmüttern und im Internat aufwachsen, ist gespickt mit Houellebecq typischen Schockern, wie der Missbrauch an Jugendlichen, der dem Leser wehtut oder Penetrationen, Masturbationen, "Fellatien", Gruppensex, dicken Brüsten, einladenden Hinterteilen und anderen privaten Angelegenheiten, deren Häufigkeit mitunter nervt. Absolut gelungen ist abermals eine Geschichte, die mit aller List zupackt und den Griff erst am Ende angelangt wieder lockert, die den Laien in ein Milieu der Wissenschaft, der Mikrobiologie und Physik entführt und ihn ins Leben der zwanghaften Lust eines Lehrers in Mitten heranwachsender aufblühender Schülerinnen fallen lässt. Beiden scheinen sie - zumal obsessiv zumal autistisch - der Liebe unfähig zu sein. Aller Hoffnungslosigkeit zum Trotz wird sich ein Funke wahrhaften Glücks einstellen, kurz, sehr kurz - viel zu kurz. Also was ist schief gelaufen? Und was soll davon übrig bleiben???
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